Artikel BZ 02. April 2009
Kritik aus Kenzingen an "indifferenter Position" zum Bahnausbau
KENZINGEN (BZ).
Die Berlin-Reise einer Delegation von Vertretern der Gemeinden, die die "Grafenhausener Erklärung" unterzeichnet haben und sich gegen das dritte und vierte Gleis der Rheintalbahn parallel zur Autobahn wehren (siehe BZ vom 26. und 28. März), rief jetzt Kritik aus Kenzingen hervor – an dem CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Weiß.
Kenzingens Bürgermeister Matthias Guderjan nahm die Tatsache, dass Weiß der Delegation die politischen Termine in Berlin vermittelt hatte, zum Anlass, dem Wahlkreisabgeordneten einmal mehr eine "indifferente Position" zu bescheinigen.
Guderjan wertet Weiß’ Engagement als Unterstützung der Anliegen dieser Kommunen, was seiner Ansicht nach weder der Haltung der Landesregierung, des Regionalverbands, der Landkreise noch der mehr als 90 000 Einwender entspreche, die die Bündelung an der A 5 fordern.
Als Häuptling Gespaltene Zunge; bezeichnen gar die Freien Wähler/BVK in Kenzingen den CDU-Abgeordneten in einer Stellungnahme.
Sie werfen Weiß vor, keine klare Meinung zu dem Projekt zu vertreten. Erst habe er sich lange mit konkreten Aussagen geziert, dann auf Nachfrage ein Bekenntnis zur autobahnparallelen Trasse abgegeben und noch vor wenigen Wochen betont, der Bund müsse so rasch wie möglich mit einer veränderten Planung für die Güterzugtrasse beginnen.
Die Autobahnparallele zwischen Offenburg und Riegel sei ein "ganz großer Fortschritt", zitieren ihn die Freien Wähler. Jetzt unterstütze er offenbar die Gegner dieser Forderung. Weiß fordere seit Jahren, alle Betroffenen in der Region müssten an einem Strang ziehen, um politisch das Bestmögliche erreichen. Für die Freien Wähler/BVK kann es nur eine Lösung für die gesamte Region geben: "das 3. und 4. Gleis parallel zur Autobahn".
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